Einmal Feldsalat in der Europalette, bitte!

Einmal Feldsalat in der Europalette, bitte!

Die Kräuterpalette im Herbst

Wenn im Herbst die Tage kürzer, trüber und kühler werden, geht es meist mit den einjährigen Kräutern in der der Europalette auch zu Ende. Es sei denn, man nimmt die Kräuter mit ins Haus und lässt sie die letzten Sonnenstrahlen hinterm Fenster auf der Fensterbank einfangen. An großartiges Wachstum der Kräuter ist über die dunklere Jahreszeit nicht mehr zu denken. Aber was tun mit der Kräuterpalette auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten?

Wie der Spätherbst – trist und grau

Einmal die Pflanztobel komplett aus der Kräuterpalette entnommen und im Keller eingemottet, wirkt selbst die schönste Europalette wie mancher Tag im Spätherbst – trist und grau. Um diesen grauen Tagen im Herbst und Winter zu entkommen, hilft es das Gärtnern nicht ganz einzustellen. Denn die Europalette muss auch über den Winter nicht brachliegen. Gehen wir der Frage nach wir mit einem bisschen Grün den grauen Wintertagen bis zum nächsten Sommer etwas Farbe verleihen.

Junges Gemüse in der Europlatte

Gemüse in der Europalette? Im Winter? Ja richtig gelesen. Einst als Unkraut auf Äckern und Feldern verunglimpft, begannen die Menschen im Mittelalter dieses Gemüse zu kultivieren. Bei diesem Gemüse handelt es sich um Feldsalat, auch genannt Ackersalat, welches zu den Blattgemüsesorten zählt. Wer kurz die Zeit und Muße hat sich die verschiedensten Namen zu Feldsalat zu Gemüte zu führen der schaut über den folgenden Link bei Wikipedia vorbei. Soviele Namen der Feldsalat trägt, so anspruchslos ist dieses Blattgemüse im Anbau. Kommt es doch mit mäßig nährstoffreicher Erde im Pflanztobel sehr gut klar und auch die frostigen Tage und Nächte können dem Feldsalat nichts anhaben. Dieses winterharte Gemüse, reich an Vitamin C und Folsäure sorgt dann im Winter für ein wenig Frische auf dem Teller.

Von der Kräuterpalette zur Salatpalette

Aber nun an die Arbeit. Wie das der Gärtner Glück mit den Kräutern als Jungpflanzen im Frühjahr handhabte (Zu diesem Blogbeitrag geht’s hier), so findet das auch nun wieder Anwendung mit dem Feldsalat. Verkürzt man doch die Zeit bis zur ersten Ernte um Wochen. Und eben jene Feldsalat-Jungpflanzen sind für günstige 10 Cent das Stück zu bekommen. Bio versteht sich, denn Bio is(s)t besser. Man nehme nun die Pflanztobel und befülle sie zur Hälfte mit Erde.

Sparsam bepflanzt – reich geerntet

Mit drei bis vier Feldsalat-Setzlingen pro Pflanztobel ist man gut beraten. Nach dem Motto: sparsam bepflanzt – reich geerntet. Danach die Setzlinge leicht andrücken und den Pflanztobel mit Erde auffüllen. Andrücken und Angießen nicht vergessen. Fertig ist die Pflanzaktion. Übrigens: zum Anpflanzen des Feldsalats tut’s die Erde, in der die Kräuter über den Sommer ihre Wurzeln geschlagen haben, denn der Feldsalat kommt mit karger Erde besten aus und gedeiht überdies hervorragend in sandigem Boden. Bei stark verwurzelter Erde im Pflanztobel einfach etwas Erde aus dem Garten, dem Balkonkasten oder sonstigen Pflanzgefäßen entnehmen, in denen im Winter nichts gedeiht. Eine neue Pflanzerde ist hier definitiv nicht notwendig.

Feldsalat, der wächst und gedeiht

Für den Standort der Kräuterpalette oder nun Salat- oder Gemüsepalette empfiehlt sich ein Platz an der Sonne. Die Sonne sorgt dann an den wenigen sonnigen Tagen im Herbst und Winter, dass die Blätter abtrocken und sich so kein Mehltau bilden kann. Das Risiko für den Feldsalat in der Europalette ist aber eher gering an Mehltau zu erkranken, da im Gegensatz zum Feldsalat am Boden die Pflanztobel in der Palette besser durchlüftet werden. Auch das Gießen wird weniger, denn durch die Taubildung am Morgen erhält die Erde genug Feuchtigkeit, um das junge Gemüse bei Laune zu halten.

Ernte und Genuss

Geerntet werden kann der Feldsalat nach vier bis sechs Wochen nach dem Anpflanzen. Am besten mit einer Schere knapp über dem Boden, denn bleibt die Wurzel unverletzt wächst das Gemüse nach und eine zweite und dritte Ernte wird möglich. Eines sei noch angemerkt: Die Ernte sollte nach Sonnenuntergang stattfinden, denn da ist der Nitratgehalt im Gemüse am geringsten. In Kürze heißt es dann Frisch auf den Teller mit: „Einmal Feldsalat aus der Europalette, bitte!“