Urban Farming

Urban Farming – Gelebte Nachhaltigkeit als Trend

Urban Farming, auch Urban Gardening oder urbaner Gartenbau genannt, ist ein Trend, der sich derzeit in immer mehr Großstädten etabliert. Das Prinzip, Obst und Gemüse oder auch Kräuter innerhalb der Stadtgrenzen zu kultivieren, ist jedoch keine völlig neue Erscheinung. Im Gegensatz zu früher stehen dabei aber nicht mehr die rein wirtschaftlichen Aspekte im Vordergrund, vielmehr sind es Faktoren wie Nachhaltigkeit, regionale Versorgung, Gemeinschaftsarbeit und nicht zuletzt der erhebliche Freizeitwert, welche das Urban Farming auch in deutschen Großstädten zu einem weitreichenden Phänomen machen.

Entwicklung des urbanen Gartenbaus

Als im 19. Jahrhundert der Zuzug in die Städte insbesondere in den Industrieländern einen rasanten Anstieg erlebte, kam es in vielen Metropolen zu Versorgungsengpässen hinsichtlich frischer und schnell verderblicher Lebensmittel. Als Reaktion darauf, wurden ausgewählte Areale für die landwirtschaftliche Nutzung freigegeben. Dies geschah in Paris beispielsweise in jenen Bezirken, die heute das 3. und 4. Arrondissement bilden. Mehr als 8.500 Gärtner bauten hier frische Lebensmittel an und vertrieben sie auf den Märkten. Als mit dem fortschreitenden Ausbau der Infrastruktur die Transportwege schließlich schneller überbrückt werden konnten, entwickelte sich der urbane Gartenbau jedoch wieder zurück und verschwand oftmals sogar komplett aus dem Stadtbild. Erst mit der Jahrtausendwende erwachte das Konzept vor allem in den USA zu neuem Leben, wo die beiden Projekte South Central Farm und Fairview Gardens in Kalifornien bis heute Vorbildcharakter haben. Europäische Städte wie London, Berlin und Paris gehören inzwischen ebenfalls zu den Hotspots des Urban Farmings.

Was ist Urban Farming?

Der Begriff „Urban Farming” bezeichnet die meist kleinräumige, gärtnerische Bewirtschaftung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsgebieten oder in deren direktem Umfeld. Hierzu werden Grünflächen ebenso genutzt wie flache Hausdächer, Terrassen und Balkone, Gewächshäuser sowie klassische Schrebergärten. Häufig wird der urbane Gartenbau gemeinschaftlich betrieben. Der Ernteertrag wird dabei in den meisten Fällen nicht verkauft, sondern unter allen Beteiligten aufgeteilt und selbst verwertet.

Was spricht für Urban Farming?

Gute Gründe dafür, auch heute noch Nutzpflanzen in der Stadt anzubauen, gibt es viele. Neben einer allgemeinen Verbesserung des städtischen Mikroklimas, spielt dabei vor allem das Bewusstsein für Nachhaltigkeit eine maßgebliche Rolle. In Zeiten, in denen unsere Lebensmittel nicht selten um die halbe Welt gereist sind, bevor sie auf dem eigenen Teller landen, streben viele Verbraucher eine Rückkehr zum Konsum lokal erzeugter Produkte an. Da beim Urban Gardening meist auf chemische Dünger und andere Zusätze der kommerziellen Landwirtschaft verzichtet wird, liegt in der Bio-Qualität der selbst angebauten Nahrungsmittel ein weiterer entscheidender Vorteil. Viele Urban Farmer schätzen zudem den gemeinschaftsstiftenden Charakter ihres Hobbys. In Interessengruppen können sie sich austauschen und durch kooperatives Engagement in den oft so anonymen Großstädten neue Netzwerke schaffen.

One thought on “Urban Farming

  1. Christine Zimmermann-Loessl says:

    Diese Initiative freut uns als Association for Vertical Farming e.V. sehr, da wir uns als Teil des urban farming betrachten auch wenn wir für einem technisch intensiver ausgeführten Anbau eintreten. Denn nicht jeder hat Platz und Zeit selbst zu garteln! Vertical Farming ist angesichts von Klimawandel, Bevölkerungswachstum und wachsender Urbanisierung ein wichtiger zukünftiger Teil der Nahrungsversorgung. Frisches, sicheres d.h. ungespriztes, sauberes Gemüse, Salate und sogenannte Microgreens zur Verfügung zu haben wird durch die effizienten Methoden und Technologien des Vertical Farming ermöglicht.

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